Die durch Arbeitszeitverkürzung und flexible Altersgrenze gewonnene zusätzliche Freizeit und die erhöhten Belastungen im Berufsleben veranlassen immer mehr Menschen, sich in den Stunden der Entspannung mit Dingen zu beschäftigen, die weitab ihrer täglichen Arbeit liegen. Trotz Fernsehen und zunehmender Motorisierung wird der Kreis derjenigen immer größer, die sich in irgendeiner Form mit Schiffsmodellen beschäftigen. Sehr viel älter als Flugzeug, Auto und Eisenbahn ist das Schiff als Verkehr- und Transportmittel. Die sich über Jahrtausende erstreckende Entwicklungsgeschichte des Schiffsbaus läßt sich jedoch nur lückenhaft zurückverfolgen.

Am Anfang waren es Einbäume, die durch primitive Paddel fortbewegt wurden. Auskunft über die Form der Wikingerschiffe, die gerudert und gesegelt wurden, gaben erst die Funde von Gokstad und Oseberg. Von der Wikingerzeit bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts fehlen exakte technische Darstellungen. Aus dem Mittelalter sind eine ganze Reihe von Segelschiffen der unterschiedlichsten Bauformen bekannt. Aus diesem und den nachfolgenden Jahren sind Darstellung, Urkunden und Modelle überliefert. Teilweise sind diese Überlieferungen jedoch unvollständig und voneinander abweichend, so daß nicht jede hiernach vorgenommene Rekonstruktion von allen Historikern anerkannt wird. Mit der Erfindung der Dampfmaschine begann ein neuer Entwicklungsabschnitt in der Geschichte der Seefahrt. später folgte die Umstellung von der Holz- auf die Stahlbauweise. Heute befahren die verschiedensten Schiffe unsere Flüsse und Kanäle, die Seen und Meere. Hier finden wir Fracht-, Passagierschiffe, Schlepper und Tanker, Sportboote und Segelyachten, Marineeinheiten und Polizeiboote, Fischerei- und Sonderfahrzeuge sowie viele andere. Die Vielzahl der Schiffstypen aus einem sich über Jahrhnderte erstreckenden Zeitabschnitt macht die Beschäftigung mit Schiffsmodellen zu einer ungemein vielseitigen Freizeitbeschäftigung. es gibt wohl keinen Schiffstyp, der nicht - dem großen Vorbild - ferngesteuert am Modell gezeigt wurde. Neben dem Sammeln von Miniaturmodellen lassen sich Stand- und Anschauungsmodelle mit und ohne Unterwasserschiff sowie Fahrmodelle beliebiger Größe mit unterschiedlichen antrieben bauen. Ein umfangreiches Angebot der Industrie an Bauplänen, Baukästen, Zubehör und vorgefertigten Einzelteilen erleichtert dem Modellbauer seine "Arbeit" sehr.

Ich möchte hier den Bau von Streichholzmodellen vorstellen. Angeregt durch einen Fernsehbericht bin Ich zu dieser Art des Modellbaus gekommen. Allerdings hat mir die Vorgehensweise des Modellbauers in diesem Bericht nicht gefallen. Einfach nur die Streichhölzer auf eine Folie kleben und dann die passenden Bauteile ausschneiden ist nicht meine Art.

Also habe Ich mir gedacht, dass kannst du besser und habe mir aus meinem Plansortiment den Bauplan für das Fünfmast Vollschiff "Preussen" herausgesucht. Der Vorteil ist, man braucht kaum werkzeug. Eine Laubsäge, Schleifpapier mit unterschiedlicher Körnung, Schlüsselfeilen und vieleicht eine Mini-Bohrmaschine oder einen Akku-Bohrer genügen schon.



"Preussen"


Mein erstes Streichholzmodell.

Bei diesem Modell handelt es sich um die "Preussen", ein Fünfmast Vollschiff. Das größte Segelschiff der Welt, das Fünmastvollschiff "Preussen", lief 1902 bei der Schiffswerft Johann C. Tecklenborg AG in Geestemünde vom Stapel. Es diente der bekannten Hamburger Segelschiffsreederei F. Laeisz im Verkehr zwischen Hamburg und der Westküste Südamerikas, von wo meistens Salpeter geholt wurde. Im Jahre 1911 ist das Schiff während eines schweren Sturmes vor Dover gestrandet und musste vollständig aufgegeben werden. Der Schiffskörper war aus Siemens-Martin-Stahl hergestellt. Das Schiff lief bei Windstärke 9 bis zu 17 Knoten. 14 bis 16 Knoten wurden auf verschiedenen Fahrten wiederholt erreicht.


Details zum Modell:
Länge ca. 760 mm
Höhe ca. 350 mm
Breite ca. 50 mm
Verbaute Streichhölzer ca. 6000 stck.


Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, habe Ich den Fehler gemacht, die Streichhölzer nicht abzubrennen sonder die Köpfe einfach abgeschnitten. Um zu erkennen, dass es sich hierbei um ein Streichholzmodell handelt muss man schon sehr genau hinschauen. Auf dem Foto ist das nicht unbedingt zu erkennen.

Das Modell wurde in den Wintermonaten 2008/2009 gebaut. Leider habe Ich versäumt, mir die einzelnen Zeiten zu notieren, so das Ich nicht sagen kann, wieviele Stunden Ich für das Modell aufgewand habe.



"Lyme 1740"


Die Lyme ist eine englische Rahgetakelte Brigg, die im Jahre 1740 erbaut wurde. Die Bewaffnung bestand aus 20 9pfündern, sowie 4 3pfündern. Bei der Brigg handelt es sich um einen Rahgetakelten Dreimaster mit einer Gesamtlänge von ca. 45 Metern und einer Breite von ca. 10 Metern.


Im Bild oben sieht man Bauplan bzw. einen Teilausschnitt des Bauplanes für mein nächstes Modell. Dieses Modell soll in einem Maßstab von 1:50 gebaut werden. Baubeginn war bereits im Oktober 2009. Die Vorgehensweise war so, das die Köpfe der Streichhölzer abgebrannt wurden. Danach wurden in filigraner Kleinarbeit Streichholz für Streichholz zu Platten verklebt, um daraus die Spanten und Anbauteile zu fertigen. Zeitgleich wurde mit dem Bau des Kiels begonnen, der, um mehr Festigkeit zu erreichen, aus drei Lagen Streichhölzern zusammengeklebt wurde.

Im linken Bild kann man einige fertige Spanten erkennen, aber keine Angst, Ich werde jetzt nicht von jedem Spant ein Bild einfügen, das würde den Rahmen doch sprengen. Aber einige Anbauteile wie z.B. den Großmast möchte Ich dann doch aufzeigen. er hat eine beachtliche Höhe von ca. 800 mm. Die Bauzeit nur für den Mast betrug zusammengerechnet ungefähr eine Woche bei 8 std. täglich. Die Anzahl der verarbeiteten Streichhölzer habe Ich leider nicht berechnet, wäre aber ganz interressant gewesen.

Die beiden Hauptanker waren reine Fummelarbeit, obwohl sie doch eine Höhe von fast 50 mm haben. Für jeden Anker mußte Ich ca. 3 tage aufwenden. Es ist ja nicht nur das zusammenkleben der Streichhölzer, sondern wie bei einem Modell, dass in herkömmlicher Bauweise gebaut wird, sind auch hier einige Schleifarbeiten notwendig.


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Übersicht



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Anzahl Streichhölzer Arbeitsstunden Tauwerk
13040 543 50 m




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